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laboratorium für geschichte

Kein Labor ohne Experimente. In diesem geschichtswissenschaftlichen Schreiblabor experimentieren Studierende aus meinen Übungen - auch wenn hier nicht die Laborversuche protokolliert werden, sondern ihre Ergebnisse.

Welche Bedeutung? Elche Deutung! Das Frankfurter caricatura Museum für Komische Kunst als Symbol für ein neues Kunst- und Museumsverständnis

Experimente | | von Johanna Müser

Das schönste Museum der Welt? Für Achim Frenz ist dies ganz klar das Museum für Komische Kunst. Die Frage nach seinen nächsten Zielen als caricatura-Museumsleiter pflegt der vergnügt blickende Lockenkopf in Interviews bescheiden mit dem Ausruf "Weltherrschaft" zu beantworten. Als Verantwortlicher für die Repräsentation einer Kunst, über die zwar gelacht werden darf, die aber im Kulturbereich zuweilen nur belächelt wird, muss er sich ambitioniert zeigen. [...]

"Die Schule des Sehens." Der Umbau des Senckenberg Naturkundemuseums in den 1960er Jahren

Experimente | | von Sarah Schneider

Dem Senckenberg Naturkundemuseum steht ein großer Umbau bevor: Der gesamte Ausstellungsbereich wird 2017 neu konzipiert. Einer solchen umfassenden Umbaumaßnahme geht meist ein Reflexionsprozess voraus, der mitunter zu einer Neuausrichtung oder -konzeption des Museums führen kann. Ein Beispiel dafür liefert der letzte große Umbau des Museums in den 1960er Jahren unter dem damaligen Direktor Prof. Dr. Wilhelm Schäfer. [...]

Museum ohne Raum. Platzmangel als zentraler Aspekt der Geschichte des Historischen Museums Frankfurt

Experimente | | von Michael Frammelsberger

"Das Stadtgeschichtliche Museum hat bei den Bombenangriffen vom 18. bis zum 24. März seine sämtlichen Häuser verloren bis auf einen Rest im sogenannten Archivgebäude", schrieb der Kustos und spätere stellvertretende Direktor des Museums, Dr. Albert Rapp, im Juli 1944 an das Kulturamt. Frankfurt wurde im März 1944 Ziel mehrerer schwerer Bombenangriffe, ein Großteil der Stadt lag in Trümmern, tausende Menschen waren gestorben, zehntausende obdachlos. Das Museumspersonal hauste im ebenfalls beschädigten Früh- und Vorgeschichtlichen Museum, um von dort aus den Ruinen mögliche Museumsgegenstände zu bergen. Die beiden notdürftigen Zimmer stellten allerdings, "bei Regenwetter eher eine Berieslungsanlage als eine Unterkunft" dar. [...]

Die Botschaften der Exponate. Wie ein Bild mit den Besuchern im Museum für Kommunikation Frankfurt spricht

Experimente | | von Elke Schimanski

Postkutschen, Telefonzellen, Autos und selbst Busse, dazu etliche in Schränken verstaute Telefone und vieles mehr – das in Heusenstamm gelegene Depot des Frankfurter Museums für Kommunikation ist eine wahre Fundgrube. In großen Hallen finden sich all jene Exponate, die aus museumssammlungstechnischen Gründen aufbewahrt werden. [...]

Der Geschichte Raum geben. Das Archäologische Museum Frankfurt in der städtischen Karmeliterkirche

Experimente | | von Judith Thomann

Ein sternförmiges Gewölbe erstreckt sich über die hell getünchte Decke der Kirche. In diesem blassroten Netz aus Sandstein, das in manchen Gebäudeabschnitten mal enger, mal weiter geknüpft ist, sind an einigen Stellen kleine Wappen erkennbar. Im Chor des Langschiffes wiederholt sich das Farbschema des Gewölbes, doch sind die weißen Wände hier sehr viel höher. Durch die langen gotischen Fenster fällt Licht auf einen Punkt, an dem ein Altar zu erwarten wäre. Doch stattdessen steht hier, eingerahmt von zwei niedrigen ledernen Sitz-Bänken, ein ockerfarbener Sandsteinblock: Ihn ziert ein Relief des heidnischen Gottes Mithras, dessen Kult sich über die Legionäre des Imperium Romanum bis in die Rhein-Main-Region verbreitet hatte. In Sichtweite ragen Jupitersäulen zum hölzernen Gewölbe des Langschiffes auf. Ein paar Meter weiter liegen, zu einer Grablege-Szene arrangiert, die Gebeine und Grabbeigaben eines Keltenfürsten unter einer Glasabdeckung. [...]

Die Karte als Quelle für das Reisen im 19. Jahrhundert - ein Stolperstein?

Experimente | | von Maren Zurlinden

"Wahrheit sag' ich euch, Wahrheit und immer Wahrheit, versteht sich: Meine Wahrheit; denn sonst ist mir keine bekannt." So schrieben es bereits Goethe und Schiller im Jahre 1796 in einem ihrer polemischen Zweizeiler, die sie nach den Gastgeschenken im alten Rom 'Xenien' nannten. Sie richteten sich kritisch gegen ihre Zeitgenossen im Allgemeinen und die literarische Welt im Besonderen. Auch unsere ein Vierteljahrhundert später verlegte Neueste geographische Post und Reise Charte Deutschland und Preußen aus dem Jahr 1823 präsentiert eine Wahrheit – eine über das Reisen im frühen 19. Jahrhundert. Die Frage ist nur, wessen Wahrheit hier dargestellt wird, in welchem Kontext sie entstanden ist und in welchem Verhältnis sie zur Wirklichkeit steht. [...]

Über die Relevanz von Märchen im 21. Jahrhundert

Experimente | | von Therese Buckstegge

Märchen sind kommerzielle Produkte. Ob Modebranche oder Hollywood – die Industrie weiß um das ungebrochene Interesse der Öffentlichkeit. Man lockt, verführt zum Kauf mit uralten Erzählungen, von denen ein die Zeit überbrückender Zauber auszugehen scheint. Diese schaffen das, was nur den wenigsten Werken gelingt: alle Altersklassen über die Nationengrenzen hinweg anzusprechen. [...]

Pinke Container. Die Nachwehen der UdSSR in der Ukraine. Eine Fotografie als Dokument osteuropäischer Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert

Experimente | | von Jost Wagner

Als die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken am 21. Dezember 1991 aufgelöst wurde, stand eine riesige Bevölkerung einem neuen und lang bekämpften System gegenüber: dem Kapitalismus. Auch die heutige Ukraine war von diesem radikalen Wandel von der sozialistischen Planwirtschaft zur Marktwirtschaft betroffen. […] Die vorliegende Fotografie dokumentiert den wirtschaftlichen Zustand der postsowjetischen Ukraine im Jahre 2007. Ein Bild, das zum einen für den Sinn und Unsinn des westlichen Konsums steht, zum anderen für eine Entwicklungslinie, die nach der anfänglichen Aufbruchsstimmung im Stillstand mündete. [...]

Ursprung der Märchen 2.0

Experimente | | von Hanusch/Potthast

Kann es etwa sein, dass unsere schönen alten Märchen Grundlage für solch zeitgeistdurchdrungenen Produkte wie Harry Potter und andere Gegenwartsliteraturen sind? Oder vom entgegengesetzten Standpunkt aus betrachtet: Was sollen bitteschön die verstaubten Geschichten aus Omas Wohnzimmerschrank mit den packenden Storys und Krimis von heute zu tun haben? [...]

Bis auf die Knochen. Wie Dinosaurier von Künstlern kreiert wurden

Experimente | | von Anne Klatt

Was lebte vor dem Menschen auf der Erde? Die Antwort darauf lag und liegt unter der Erde verborgen. Sensationelle Knochenfunde längst ausgestorbener Lebewesen machten im 19. und 20. Jahrhundert endlich plastische Rekonstruktionen der gigantischen Reptilien möglich. Die neuen Erkenntnisse, die anhand der rekonstruierten, regelrecht zusammengepuzzelten Skelette seitens der Paläontologen gewonnen wurden, waren bahnbrechend. Mit ihnen konnte die Evolutionstheorie mit Nachdruck gestützt und bislang unbekannte, allein erahnte Lebensräume erschlossen werden. [...]

Wissenschaft am Abhang. Alpine Forschung unter extremen Bedingungen

Experimente | | von Johanna Zirwes

Was bieten Gletscher noch außer romantischen Ansichten und risikoreichen Abenteuern? Lässt sich ein Berg wissenschaftlich erfassen oder stößt der menschliche Forschungsdrang hierbei an seine Grenzen? [...]

Fotografien als Ausdruck des Glaubens

Experimente | | von Francesca Mauri

Die Kultur der Schutzengel ist schon seit Jahrhunderten tief in der christlichen Gesellschaft verankert. Sie gelten als Gestalten der Fürsorge für Gläubige, nehmen diese unter ihre Obhut. Sich als Bestätigung seines Glaubens mit einem beziehungsweise "seinem" göttlichen Begleiter ablichten zu lassen, ist keine Häresie. Es ist vor allem eine Glaubenssache. [...]

Es kracht und knarzt. Wie Polarforscher Fridtjof Nansen das Eis bezwingt

Experimente | | von Anne Klatt

Expeditionen in die Polarregionen waren gefährlich und sind es noch heute. Dabei sind es nicht allein die Temperaturen, die den Menschen zu schaffen machen können: das größte Risiko bergen die Eismassen. [...]

Die bewegte Gesellschaft. Von der Entstehung der Serienfotografie

Experimente | | von Johanna Zirwes

Ein regungsloser Körper lässt sich problemlos mittels einer einzelnen bildlichen Aufnahme studieren. Aber genügt diese Methode noch bei der Untersuchung ganzer Bewegungsabläufe oder bedürfte es dafür eines gänzlich neuen Verfahrens? [...]