{ laboratorium für geschichte }

laboratorium für geschichte

Labor

Geschichte wird gemacht - im { laboratorium für geschichte } verschiebt sich der Blick hinter die fertigen Erzählungen, wird das Arbeiten an und mit der Geschichte in den nachfolgend vorgestellten Kategorien thematisiert.

Fundstücke

Als Salomon August Andrée am 11. Juli 1897 gemeinsam mit Knut Frænkel und dem Fotografen Nils Strindberg in einem Wasserstoffballon von Svalbard aus aufbrachen, um den Nordpol zu erreichen, war ihre Mission im Grunde schon zum Scheitern verurteilt: Der Start geriet gehörig daneben, touchierte der Korb doch unmittelbar nach dem Abheben das erste mal das Wasser. Keine drei Tage später landete der Ballon auf 82°56' nördlicher Breite inmitten des arktischen Eises: ein zwischenzeitliches Ende der Expedition, das Strindberg fotografisch dokumentierte. Während ihres Fußmarsches in Richtung eines der angelegten Vorratslager kamen sie aufgrund des driftenden Eises vom Wege ab und erreichten schließlich Kvitøya, auf der die drei Expeditionsteilnehmer entkräftet starben. Erst 33 Jahre später wurden sowohl ihre Leichen als auch die mehr als 240 Negative Strindbergs zufällig entdeckt. Unter dieser Rubrik werden jedoch Fundstücke präsentiert, deren Auffindung sich weder derart aufwendig noch so langatmig gestaltete und deren Entdeckung mit keinerlei tragischen Elementen aufwarten kann.

Experimente

Kein Labor ohne Experimente. In diesem geschichtswissenschaftlichen Schreiblabor experimentieren Studierende aus meinen Übungen - auch wenn hier nicht die Laborversuche protokolliert werden, sondern ihre Ergebnisse.

Projekte

  1. Christina Besio, Forschungsprojekte. Zum Organisationswandel in der Wissenschaft, Bielefeld 2009, S. 10f.

Forschungsprojekte sind in den Wissenschaften, insbesondere in der Antragskultur der Universitäten, mittlerweile allgegenwärtig, was auch - wie es Christina Besio in ihrer Studie einleitend noch einmal aufgreift - am Phänomen ihrer Entkopplung liege: Sie seien zumeist "nur Formen der Darstellung der Forschung nach außen, die Forschung selbst indes vollzieht sich ohnehin nach anderen Regeln". Projektanträge seien daher in der Regel nicht mehr als bloße "Fassade"; reine Schreibübungen, die von der tatsächlichen "Forschungstätigkeit völlig unterlaufen werden".1 An dieser Stelle stehen dagegen weder Anträge noch Fassaden, sondern Vorstellungen von Projekten des { laboratoriums für geschichte }, deren Entwicklungsschritte und Ergebnisse auf lange Sicht dokumentiert werden sollen.

Stimmen

  1. Zitiert nach Barbara Stambolis, Leben mit und in der Geschichte. Deutsche Historiker Jahrgang 1943, Essen 2010, S. 27.

"Meine Kollegen", so hat es der Geschichtsdidaktiker Bodo von Börries in einem wunderbaren Interviewprojekt, das eine Art Kollektivbiographie des Historikerjahrgangs 1943 versucht, in einem Gespräch angemerkt, "bringen im Proseminar bei, Historiker dürfen nie 'Ich' sagen. Ich halte das für eine speziell deutsche Marotte, die international lächerlich und intellektuell unbegründbar ist."1 Unter der Kategorie Stimmen soll gerade das 'Ich' der Interviewten hörbar werden - und dies über Einblicke in Ihre Schreib- und Denkprozesse wie über das geschichtswissenschaftliche Arbeiten ganz generell.

Analysen

  1. Duden. Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter, 3., überarbeitete Auflage. Herausgegeben und bearbeitet vom Wissenschaftlichen Rat der Dudenredaktion, Mannheim u.a. 2003, S. 95.

"Analyse, die; <aus mlat. analysis 'Auflösung', dies aus gr. análysis zu analýein 'auflösen'>: 1. systematische Untersuchung eines Gegenstandes od. Sachverhalts hinsichtlich aller einzelnen Komponenten od. Faktoren, die ihn bestimmen […]."1 Wenn es hier auch nicht ganz so systematisch zugehen wird, so soll doch Objekten, Texten und Gedanken - wenn auch über Umwege - auf den Grund gegangen werden.

Ansichten

Unter der Kategorie Ansichten werden nach dem Prinzip der 'Ansichtskarte' Positionen, Standpunkte und Auffassungen anderer zu Themenfeldern präsentiert, die das { laboratorium für geschichte } berühren oder schlichtweg interessierten…