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Zauberhaft und ungeheuer. Audiotanne B: Rund um die Wahrnehmung von Märchen

Projekte | | von dingedurchdenken

"Zauberhaft und ungeheuer" - schon der Titel der Ausstellung im Arnsberger Sauerland-Museum verweist auf die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Märchen. Ihre fantastischen Elemente, das Außergewöhnliche, aber auch die Ängste, die sie schürten, stehen im Zentrum der zweiten Hörstation. Teil 2 der Projektergebnispräsentation der Übung Vom Gespräch zur Geschichte. Ein Oral History-Projekt zu den Erzähltraditionen von Märchen, die in Kooperation mit der Museumsagentur dingedurchdenken durchgeführt wurde.

Wirkliches und Fantastisches | Dauer: 2:29 min | Erstellt von Maya Schulte, Hülya Tolan/WWU Münster

Märchen sind Erzählungen mit fantastischen Elementen: Bäume sprechen und Frösche werden zu Prinzen. Jedoch können sie durch ihre Zeitlosigkeit auch als menschlicher Spiegel betrachtet werden. Sie tradieren bestimmte Handlungsmuster und vermitteln allgemeingültige Weisheiten. Das Schicksal von Rotkäppchen mahnt Kinder eindrücklich, nicht mit Fremden mitzugehen. Die Entscheidungen Schneewittchens zeigen, dass man von Fremden nichts annehmen sollte.

Interviewte: Simone Stekla, Marten Haarlammert, Nastasia Zemisch, Dr. Gerd Dethlefs, Emma Manecke

Oral HistoryprojektDer Reiz des Außergewöhnlichen | Dauer: 0:28 min | Erstellt von Katrin Semrau, Anna Stevermann/WWU Münster

Märchen sind im Alltäglichen verankert: Menschen sorgen sich um ihre Familienangehörigen, kümmern sich um ihre Tiere oder müssen arbeiten. Aber das Außergewöhnliche, das Fantastische und auch das Grausame, das Märchen aufzeigen, sind die Elemente, die Zuhörer und Leser faszinieren. Daher bleiben sie auch verstärkt in der Erinnerung erhalten.

Interviewte: Barbara Rath, Fabian Fleo

Ängste und Rollenbilder | Dauer: 1:43 min | Erstellt von Maik Nienaber, Sebastian Nienhaus/WWU Münster

Es gibt Märchen, die empfinden Kinder als besonders gruselig und beängstigend. Beim Vorlesen solch gruseliger Märchen, wie Hänsel und Gretel, können Erwachsene in Erklärungsnot geraten, wenn sie erläutern müssen, warum ein Kind gegessen werden soll. Ein anderes Thema, das beim Erinnern an Märchen häufig aufkommt, sind die traditionellen Rollenbilder, die mit den Geschichten vermittelt werden. Gerade die weiblichen Figuren in Märchen entsprechen nicht einem modernen Frauenbild. Bei Schneewittchen beispielsweise erscheint die Protagonistin passiv und nicht sonderlich schlau und muss schließlich von einem Prinzen gerettet werden.

Interviewte: Dr. Gerd Dethlefs, Brigitte Balmer Landwehr, Susanne Neuhaus, Nastasia Zemisch, Petra Lohmöller

Die Audiofiles entstanden im Rahmen der Übung "Vom Gespräch zur Geschichte. Ein Oral History-Projekt zu den Erzähltraditionen von Märchen" im SoSe 2012. Die begleitenden Texte wiederum stammen aus der Feder der Museumsagentur dingedurchdenken.