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Zauberhaft und ungeheuer. Audiotanne C: Rund um Erzählen, Hören und Sehen heute

Projekte | | von dingedurchdenken

Auch wenn die Märchen der Brüder Grimm immer wieder in reichlich bebilderten Büchern erscheinen und sich offensichtlich noch 200 Jahre nach ihrer Erstausgabe gut verkaufen, haben die Märchenbücher Konkurrenz bekommen, die ihnen zusetzt: Hörspiele, Kinofilme und moderne Geschichten verändern die Rahmenbedingungen des Erzählens und wirken auf unsere Erinnerungen ein. Die hier präsentierten Audiofiles der Ausstellung "Zauberhaft und ungeheuer" aus dem Arnsberger Sauerland-Museum fokussieren auf die unterschiedlichen Medien, die das klassische Erzählen flankieren, wenn nicht gar abzulösen beginnen. Dritter und letzter Teil der Projektergebnispräsentation der Übung Vom Gespräch zur Geschichte. Ein Oral History-Projekt zu den Erzähltraditionen von Märchen, die in Kooperation mit der Museumsagentur dingedurchdenken durchgeführt wurde.

Lesespuren - zerlesene Bücher | Dauer: 1:39 min | Erstellt von Hanna Lechtenböhmer, Marcel Höfener/WWU Münster

Traditionell werden Märchen aus Büchern vorgelesen. Wie intensiv diese Bücher von ihren Besitzern genutzt wurden, zeigt sich an geklebten Buchrücken und abgewetzten Seiten. Zu drastischen Schritten sahen sich die Eltern dreier Kinder gezwungen. Sie zerschnitten ein Märchenbuch in drei Teile, um den Kindern das gleichzeitige Lesen darin zu ermöglichen.

Interviewte: Pascal Wedi, Petra Lohmöller, Christel Bösing, Prof. Dr. Peter Johanek, Fabian Fleo

Ein Wonnegraus für die Ohren - Hörspiele | Dauer: 1:27 min | Erstellt von Laura Bartels, Dennis Beckmann/WWU Münster

Hörspiele wirken, wie das Vorlesen oder Erzählen, besonders intensiv und einnehmend auf den Zuhörer. Früher waren es Schallplatten, die beim Abspielen zusätzlich knackten und knisterten, und Kassetten, die abgespielt wurden, heute sind es vor allem CDs. Bemängelt wird von den Interviewten, dass durch eine stark verkitschte und übertrieben inszenierte Erzählweise die eigenen Bilder, die von den verschiedenen Märchen im Kopf existieren, verblassen.

Interviewte: Nastasia Zemisch, Brigitte Balmer Landwehr, Andrea Anagnostou, Stefan Zanfir, Amrit Malhotra, Barbara Rath

ErzählraumRaus aus der Kitschecke, rein in den Film - Visuelle Darstellungen | Dauer: 1:34 min | Erstellt von Björn Schmidt/WWU Münster

Heutzutage kann man Märchen nicht nur lesen oder hören, sondern auch ansehen. In Filmen wird der klassische Märchenstoff zunehmend moderner und freier interpretiert und inszeniert. Allerdings können selbst aufwändige Produktionen nicht das Gefühl erzeugen, das bei einer Gute-Nacht-Geschichte entstehen kann.

Interviewte: Nastasia Zemisch, Ingrid Kirch, Dr. Gerd Dethlefs, Stefan Zanfir, Christel Bösing

Märchen 2.0 | Dauer: 2:01 min | Erstellt von Matthias Hanusch, Simon Potthast/WWU Münster

Märchenhafte, fantastische Erzählungen entstehen auch heute noch. "Harry Potter" ist der bekannteste Zauberschüler der Welt. Die Geschichten, die er erlebt, sind keine Märchen, dennoch existieren vergleichbare fantastische Elemente: Dinge oder Tiere sind verzaubert, Figuren verschwinden einfach und tauchen an anderen Orten wieder auf, das Gute trifft auf das Böse. Als Alternativen zu Märchen nennen Interviewte auch die beiden populären Geschichten von Michael Ende, "Momo" sowie "Die unendliche Geschichte". Die Interviewten sind sich jedoch sicher, dass Märchen niemals ganz aus der Mode kommen werden.

Interviewte: U. Enders, Marten Haarlammert, Nastasia Zemisch, Dr. Gerd Dethlefs, Amrit Malhotra

Die Audiofiles entstanden im Rahmen der Übung "Vom Gespräch zur Geschichte. Ein Oral History-Projekt zu den Erzähltraditionen von Märchen" im SoSe 2012. Die begleitenden Texte wiederum stammen aus der Feder der Museumsagentur dingedurchdenken.